Bogotá (Kolumbien) – [–>Ganz schön weit weg: Der Milliarden-Schatz liegt in 612 Metern Tiefe im karibischen Meer vor Cartagena! Jetzt haben Wissenschaftler die ersten Stücke vom legendären Schiffswrack der „San José“ gehoben.
Schatz liegt seit mehr als 300 Jahren im Meer
Wie das Kulturministerium Kolumbiens und das Kolumbianische Institut für Anthropologie und Geschichte (ICANH) mitteilten, wurden fünf Objekte aus dem Mega-Schatz an die Oberfläche gebracht: eine Kanone aus Bronze, eine Porzellanschale und mehrere Fragmente, drei Goldmünzen, sogenannte Macuquinas. Weil die seltenen Stücke seit mehr als 300 Jahren im tiefen Wasser liegen, müssen sie aufwendig konserviert werden, um sie anschließend untersuchen zu können.
Bei der Bergung wurden drei Goldmünzen an die Oberfläche geholt
Chinesisches Porzellan und Gold gehoben
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro Urrego (65) machte sich selbst ein Bild von den Bergungsarbeiten, bewunderte die Kanone, die aus der Tiefe geholt wurde. Besonders wertvoll aber scheinen die weißen Tassen mit den blauen Verzierungen zu sein. Laut ICANH handelt es sich dabei um den Teil einer Sammlung chinesischen Porzellans aus der Kangxi-Zeit (1662–1722). Wissenschaftler vermuten auf dem Schiffswrack eine der vollständigsten und am besten erhaltenen Sammlungen weltweit.
Das feine chinesische Porzellan ist äußerst wertvoll
Schiff hatte Gold und Smaragde geladen
Doch das ist nicht alles: Als die Galeone 1708 bei einem Seegefecht mit englischen Kriegsschiffen sank, soll sie einen unfassbaren Schatz an Bord gehabt haben: 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen, 116 Kisten mit Smaragden aus Peru. Nach vorsichtigen Schätzungen ist die Ladung heute bis zu 15 Milliarden Euro wert!
Die San José liegt seit mehr als 300 Jahren auf dem Grund des Meeres
Streit um Schatz vom Schiffswrack
Deshalb hält die Regierung auch den genauen Ort des Wracks geheim und hat vorsorglich das Areal zum „archäologischen Schutzgebiet“ erklärt. Der milliardenschwere Schatz weckt Begehrlichkeiten: Spanien meldete Ansprüche an, weil nach der Unesco-Konvention über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund gesunkene Kriegsschiffe dem Herkunfts-Staat gehören. Kolumbien allerdings hat die Konvention nie unterzeichnet.
300-jähriger Schatz gefunden: Hier sollen 17 Milliarden Dollar liegen
Auch das indigene Volk der Qhara Qhara aus Bolivien will einen Anteil. Denn die Vorfahren des Stammes schufteten einst in den Minen, aus denen die Schätze auf dem Meeresgrund stammen. Kolumbien allerdings beharrt auf seinem Besitzanspruch.