Hamburg – [–>Was lange währt … Vor fünf Jahren veröffentlichte Comedian Oliver Pocher im Rahmen seiner sogenannten Bildschirmkontrolle ein Video über Influencerin Anne Wünsche. Darin warf er der Schauspielerin vor, dass sie Follower, Likes sowie 96.500 Herzchen-Kommentare gekauft habe.
In einem weiteren Video präsentierte er angebliche Belege, die diese Vorwürfe untermauern sollten. Laut den Anwälten von Wünsche seien diese jedoch „nachweislich falsch“ gewesen. Daraufhin leitete ihr Anwalt mehrere einstweilige Verfügungen ein und erstattete Strafanzeige wegen übler Nachrede.
Influencerin Anne Wünsche (34) klagte gegen Oliver Pocher – mit Erfolg
Oliver Pocher darf Aussagen nicht wiederholen
Da Pocher die geforderten Unterlassungen nicht akzeptierte, reichte Wünsche 2023 vor dem Landgericht Hamburg Klage auf Unterlassung und Schadenersatz ein. Die Vorwürfe hätten ihr geschadet, da Kooperationspartner daraufhin geplante Zusammenarbeiten abgesagt hätten.
Ihr Anwalt konnte nun vor Gericht darlegen, dass die von Pocher präsentierten Beweise nicht glaubhaft und sein Zeuge nicht glaubwürdig gewesen seien. Deshalb ordnete das Landgericht Hamburg nun an, dass der Comedian bestimmte Aussagen über Wünsche künftig nicht mehr verbreiten darf. Andernfalls drohen ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder sogar Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren.
Wünsche: Anspruch auf Schadenersatz abgewiesen
Der von Wünsche geltend gemachte Anspruch auf Schadenersatz wurde vom Gericht jedoch abgewiesen. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass die von Pocher getätigten Aussagen dafür nicht ausreichend seien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Beide Parteien können innerhalb eines Monats Berufung einlegen.
In einer persönlichen Stellungnahme betont Wünsche, dass es ihr in dem Verfahren vor allem um Gerechtigkeit gegangen sei. Pocher sei ihrer Ansicht nach „zu weit gegangen – weit über das hinaus, was man noch als Comedy bezeichnen könnte“.
Für sie habe nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund gestanden, sondern „Integrität, Ruf und der Schutz meiner Familie”. Der Schritt vor Gericht sei für sie die logische Konsequenz gewesen, so die Influencerin weiter