Dieser Klub aus der Daikin Handball-Bundesliga ist wirklich nicht zu beneiden!
GWD Minden hat nach seiner Rückkehr ins Oberhaus bereits sieben Punkte eingeheimst. Samstagabend begrüßten die Ostwestfalen den Tabellenführer SC Magdeburg in der Lübbecker Kreissporthalle. Die Magdeburger trafen bei ihrem 36:21 (18:14)-Sieg auf gegnerische Spieler, die sie wahrscheinlich noch gar nicht kannten.
Handball-Aufsteiger stellt Dachdecker ins Tor
Ausgerechnet gegen den amtierenden Champions-League-Sieger steht den Mindenern das aller-aller-allerletzte Aufgebot zur Verfügung. Dem Traditions-Klub fehlen mit Malte Semisch und Tibor Ivanisevic beide (!) Torhüter. Weitere Ausfälle bei den Feldspielern: Ian Weber, Philipp Vorlicek, Karolis Antanavicius, Daniel Astrup und Michael Schulz.
Minden löst das Problem mit Spielern aus dem eigenen Unterbau. Im Tor steht gegen den SCM der ausgebildete Dachdecker Keno Danzenbächer (21) aus der zweiten Mannschaft (3. Liga Nordwest), als zweiter Keeper sitzt Arend Bartelheimer (17) aus der A-Jugend (2. Junioren-Bundesliga Nord) auf der Bank.
Es kommt jedoch erst mal nicht so, wie man es erwartet hätte. Magdeburg gibt nicht richtig Vollgas, Minden zieht sich in der Startphase beachtlich aus der Affäre. Hält den Rückstand auf minimalem Niveau und kann sogar die 5:4-Führung (11.) erzielen. Und im Tor steigt Danzenbächer den Magdeburgern mit einigen Paraden auf’s Dach.
Folge ist nach dem 9:9 (20.) eine prägnante Auszeit-Ansprache von SCM-Coach Bennet Wiegert: „Jungs, das ist genau unser Thema. Jeder hat gerade was. Hört mir auf, okay?!“
Kurz nach Wiegerts Wort zum Sonntag dezimiert sich Minden selbst. Kreisläufer Tom Bergner (beim Bergischen HC im Gespräch) erwischt Philipp Weber im Gesicht und sieht Video-Rot.
Dachdecker Danzenbächer in der Pause am Dyn-Mikro: „Absolut großartig und ein Super-Gefühl, vor Heimkulisse gegen den SC Magdeburg von Anfang an zu spielen und ganz gut reingekommen zu sein.“
Nach dem Wechsel wehrt sich Minden weiter tapfer, hat aber gegen Magdeburgs Weltklasse-Truppe keine Chance mehr.
Frisch Auf Göppingen – MT Melsungen 26:26 (14:16)
Frohe Botschaft vor dem Anwurf für Göppingen: Linksaußen Marcel Schiller hat bis 2028 verlängert. Schiller spielt aktuell seine 13. Saison für Frisch Auf und sorgt im ersten Durchgang für fünf Tore, darunter drei Siebenmeter. Die Pausen-Führung geht aber an die Melsunger.
In der 37. Minute sieht Melsungens Arnar Arnarsson Video-Rot, seine Kollegen halten den knappen Vorsprung in einem sehr zähen Bundesliga-Duell trotzdem lange stabil. In der Schlussphase wird es ein Krimi mit einer am Ende gerechten Punkteteilung.
Diskussion im Handball: Regel rettet Torwart vor Eigentor