Bischkek –[–> Wenn Wladimir Putin (73) zu Besuch bei seinen Vasallenstaaten ist, muss alles stimmen: roter Teppich, höfische Ehrerbietung – und bloß keine Farben, die den Kremlchef nervös machen könnten.
In Kirgistan hat Machthaber Sadyr Dschaparow (56) die vermeintlichen Befindlichkeiten des Kreml-Chefs besonders ernst genommen. So ernst, dass er kurzerhand eine zehn Meter hohe und 30 Meter lange XXL-Wand errichten ließ. Ihr Zweck: Putins Augen vor einer besonders gefährlichen Bedrohung zu schützen – einer ukrainischen Flagge nebenan!
Hinter der riesigen Videowand mit russischer Flagge versteckt Gastgeber Kirgistan die ukrainische Botschaft und die davor wehende blau-gelbe Flagge
Am Donnerstag tagte in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek die OVKS, das von Russland dominierte Anti-Nato-Bündnis. Für die Autokraten-Gala wollte Dschaparow seine Kollegen im frisch gebauten Prachtbau „Intimak Ordo“ empfangen.
Allerdings: Direkt gegenüber steht seit Jahren die vergleichsweise winzige ukrainische Botschaft. Mit einer blau-gelben Fahne im Vorgarten – der ultimative Albtraum für den Moskauer Diktator. Das vermutete offenbar zumindest Dschaparow.
Rotes Dach, oben mittig: Die Botschaft der Ukraine in Kirgistan. Direkt darunter riesig: Der neu gebaute Staatspalast des kirgisischen Machthabers
Damit Putin beim Aussteigen aus seiner Limousine nicht versehentlich in Berührung mit der Realität kommt, ließen die Behörden eine gigantische Sichtschutz-Wand hochziehen, dekoriert mit der kirgisischen und der russischen Flagge und elektronischen Freundschaftsbotschaften an den russischen Gast.
Ein Umstand, den russische Staatsmedien überaus freundlich kommentierten. Mit Fotos und Videos feierten sie den „Erfolg“: Die ukrainische Botschaft samt Flagge – verschwunden, verdeckt, ausgelöscht. Als wäre Sichtschutz gleich politischer Sieg.
In Bischkek übernahm Russland den Vorsitz der OVKS bis Ende 2026. Klarer Auftrag: mehr gemeinsame Manöver, mehr Waffendeals, mehr Schulterschluss unter Autokraten unter Moskaus Führung.
Während draußen die Ukraine unsichtbar gemacht wurde, wurde drinnen über neue militärische Stärke fabuliert. Und russische Waffen zum Kauf angeboten, die sich in Putins Krieg gegen die Ukraine als „effektiv“ erwiesen haben, so der Kreml-Despot wörtlich.
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