Eigentlich sollte es ein ruhiger Adventsauftakt werden. Doch für Marvin Stefaniak und seine Familie endete der Weihnachtsmarkt-Besuch in Anfeindungen.
Wie ein emotionaler Instagram-Post seiner Frau zeigt, wurde der Profi von Drittligist Erzgebirge Aue am Sonntag verbal attackiert. Stefaniak, der unweit von Dresden lebt und früher selbst für Dynamo spielte, war mit seiner Familie über den Markt geschlendert, als die Stimmung plötzlich kippte.
Auslöser waren offenbar Fans, die den Fußballprofi aufgrund seiner Zugehörigkeit zu Erzgebirge Aue beleidigten. Zwischen Dynamo Dresden und Aue besteht seit Jahren eine ausgeprägte Rivalität – im Netz wie im Stadion oft hitzig, diesmal jedoch mitten im privaten Alltag.
„Weil manche Menschen glauben, sie hätten das Recht, Marvin zu beleidigen – nur weil er Fußballer ist. Vor unseren Kindern. Mit Worten, die man niemals jemandem ins Gesicht sagen solle. Schon gar nicht in einem Moment, der uns heilig ist“, schrieb Michaela Stefaniak.
Stefaniak lief früher u.a.a auch für Dynamo Dresden auf
Stefaniak reagiert mit emotionalem Instagram-Post
Und weiter: „Nicht der Sport steht da im Vordergrund, sondern pure Respektlosigkeit. Menschen vergessen, dass hinter einem Spieler ein Vater steht, ein Ehemann, ein Mensch mit Gefühlen. Dass wir als Familie auch einfach nur leben wollen, ohne ständig bewertet oder angefeindet zu werden.“
Der Spieler (20.700 Follower auf Instagram) selbst kommentierte den Beitrag seiner Frau und rief zunächst zu mehr Respekt und Besonnenheit auf: „Ein bisschen mehr Frieden im Herzen und Verstand im Kopf – das würde vielen guttun. Möge Gott ihnen helfen, die richtigen Werte wiederzufinden.“
[–>Am Montagvormittag meldete sich Stefaniak auf Instagram noch einmal zu Wort. Dabei bedankte er sich „für all eure lieben und unterstützenden Nachrichten“.
Stefaniak von junger Frau als „Verräter“ beschimpft
Außerdem stellte der Ex-Spieler von Dynamo Dresden klar: „Wenn ich alleine unterwegs bin und jemand meint, mich beleidigen zu müssen – macht es. Wenn ihr das braucht, bitte. Es ist mir wirklich egal. Aber wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, dann erwarte ich Respekt und Anstand. Dann erspart euch Kommentare oder denkt wenigstens vorher darüber nach, ob das, was ihr sagt, überhaupt Sinn macht.“
Dazu nennt Stefaniak ein Beispiel vom Sonntagabend: „Ich laufe mit meiner Frau und meinen Kindern vorbei, eine junge Dame, vielleicht 18–20, hustet demonstrativ und ruft laut: ‚Du Verräter!‘ Alles gut, wenn man meint, sowas machen zu müssen.“
Zuletzt fehlte Stefaniak Drittligist Aue wegen einer Verletzung
Der Fußballprofi verweist darauf, dass niemand wisse, „wie es wirklich hinter den Kulissen war“. Wer seinen Werdegang nicht kenne, „sollte sowieso lieber den Mund halten. Und der wichtigste Punkt. Wenn meine eigene Tochter zu mir hochschaut und fragt. ‚Papa wieso bist du eigentlich ein Verräter?‘ – dann bricht mir das das Herz. Genau deshalb spreche ich das an.“
Stefaniak schließt seinen emotionalen Instagram-Post mit diesen Worten ab: „Es spielt am Ende keine entscheidende Rolle, wer welches Wappen auf der Brust trägt – Respekt ist immer größer als jede Vereinsfarbe. Und genau das sollten wir unseren Kindern vorleben.“
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