Hamburg – [–>Es war ein typischer Herbstmorgen in Hamburg: ein bisschen Regen, es stürmt. Für Maud Schock (50) kein Grund, nicht mit ihrer Hündin ihre tägliche Runde im Park zu drehen. Doch als die zweifache Mutter unter einem alten Baum entlanglief, brach dieser plötzlich ab und begrub sie unter sich. Maud überlebte – aber sie wird nie wieder im Park spazieren gehen können.
Der Stamm traf die Frau vor vier Wochen so schwer, dass sie nun querschnittsgelähmt ist. Seither liegt sie mit teils irreparablen Verletzungen in einem Krankenhaus und schwankt zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Rettungskräfte befreiten die schwer verletzte Frau unter dem Baumstamm
Nach dem Unfall spürte sie ihre Beine nicht
„Es war nicht mal ein schlimmer Sturm“, erinnert sich ihr Ehemann Oliver an den 30. Oktober. „Alles war wie immer. Maud und unsere Mischlingshündin Tilda waren im Eimsbütteler Park unterwegs. Dann stand plötzlich die Polizei vor der Tür …“ Was er nicht ahnte: Seine Frau Maud war unter dem schweren Baum eingeklemmt. Sie war bei Bewusstsein und merkte sofort: Ich spüre meine Beine nicht. Elf Rippen waren gebrochen, ihre Lunge durchbohrt.
Die Kinder Paloma (17) und Jacques (14) besuchen ihre Mutter im Krankenhaus
Ehemann Oliver: „Sie fragte: ‚Schaffen wir das?‘“
Bis der Rettungsdienst kam, hielt eine fremde Frau ihre Hand. Hündin Tilda lief vor Angst davon, wurde später unverletzt in einem Bus gefunden. Zweimal wurde die 50-Jährige seither operiert, doch das Gefühl in den Beinen kommt nicht zurück. Oliver Schock: „Sie kann sich nicht einmal selbst aufrichten, hat noch immer starke Schmerzen.“
Die Familie mit zwei Kindern (14, 17) hält fest zusammen, kämpft jeden Tag zwischen Hoffnung und Verzweiflung. „Das Erste, was meine Frau nach dem Unfall sagte, war: ‚Schaffen wir das?‘“, erzählt der 54-Jährige unter Tränen. Seit mehr als 20 Jahren sind Maud und Oliver ein Paar.
Oliver und Maud sind seit mehr als 20 Jahren zusammen. Für ihn ist das Schlimmste, sie leiden zu sehen
Freunde starten Hilfsaktion
Aufzugeben kommt für die beiden Selbstständigen nicht infrage. Doch an die Arbeit in ihren Kommunikations-Agenturen ist momentan nicht zu denken. In drei bis sechs Monaten soll die Mutter aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bis dahin muss die Altbauwohnung im dritten Stock barrierefrei sein oder ein neues Zuhause her. Eine finanzielle Herausforderung, bei der Freunde die beiden jetzt mit einer Spendenaktion auf GoFundMe unterstützen.
Auch zivilrechtliche Schritte wurden eingeleitet – schließlich war die Stadt Hamburg für die etwa 20 Meter hohe Sumpfzypresse am Wegesrand verantwortlich. Angeblich sei der Baum zuvor bei Kontrollen nicht aufgefallen, hieß es laut „Hamburger Abendblatt“ beim Bezirksamt Eimsbüttel. Auch ein Schädlingsbefall sei nicht bemerkt worden.
Dieser Baum brach in etwa neun Metern Höhe plötzlich ab und begrub die Frau unter sich