Gießen –[–> War das als provokativer Gaga-Auftritt geplant – oder ist dieser Jung-AfDler einfach so schräg?
Mit rollendem „R“, Klaus-Kinski-Augen und Fuchtel-Finger redete Alexander Eichwald (30) bei der Gründung der neuen AfD-Jugend in Gießen am Samstag von Volksgenossen und Volkskörper. Und der Saal gackerte wahlweise oder schaute ungläubig zum Pult hinauf.
Ein Auftritt wie ein Mix aus der Jung-Version von Dr. Emmett Brown aus „Zurück in die Zukunft“ und dem Künstler Eugen Rümpel aus dem Schwank „Pension Schöller“ („Wenn ich einmal kein großer Künstner werde, dann sind Sie dran Schund!“).
Ein ungläubiger Fragesteller am Saal-Mikrofon: „Sagen Sie mal, sind Sie ein V-Mann!?“ Ergebnis: Durchgefallen!
Nur: War der Typ, der da im blauen Dinner-Jakett am Rednerpult stand, wirklich echt?
Fest steht: [–>Der Mann, der hier in den Vorstand der neuen AfD-Jugend wollte, trat früher unter dem Namen „Alex Oak“ im Netz auf. Als Künstler und Musiker. Nicht sonderlich erfolgreich. Alle seine Konten bei Amazon, Spotify oder X: gelöscht. Die Bilder: zu seinem Pech noch zu finden.
BILD sprach ihn daraufhin an: [–>Sind Sie eine Kunstfigur? Waren Sie Alex Oak? Antwort: „Ich glaube nicht.“ Nachfrage: Sie glauben nicht oder Sie waren nicht? Antwort: Ja. Ich glaube nicht. Ich bin nicht Alex Oak.“
Und dann das: BILD findet ihn mit einem anderen Schräg-Auftritt – von 2019! Der Mann, der jetzt in der AfD-Jugend nach oben will, war damals mal Praktikant – bei der Gleichstellungsstelle in Herfurt! Der Link findet sich noch bei der Heimatzeitung.
Doch Eichwald bleibt dabei: Er habe es ernst gemeint. Sein Auftritt sei nur ungewöhnlich geworden, weil er seine auf zehn Minuten konzipierte Rede auf fünf habe kürzen müssen.
Mit neun Jahren sei er nach Deutschland gekommen, Russlanddeutscher sei er. Auf die Frage nach seinem rollenden „R“ sagte er: „Man hat mir Deutsch mit diesem R beigebracht.“
Von seiner Spotify-Karriere ist auch nur eine Foto-Spur im Netz zu finden – das Konto ist gelöscht
Doch die Wahlpleite wird nicht die einzige Pleite für ihn bleiben. Er könnte jetzt aus der Partei fliegen!
▶︎ Michel Schneidermann (22), Fraktionschef der AfD im Stadtrat Herford, zu BILD: „Ich wusste nichts von der Kandidatur.“ Eichwald kenne er erst seit zwei Monaten. Solange erst sei er als sachkundiger Bürger für die Fraktion tätig.
Vorwurf des Parteifreundes:[–> Eichwald habe gelogen, als er sich als „designierter Jugendbeauftragter“ der Heimat-AfD vorstellte. Auch nicht akzeptabel sei, dass Eichwald „vom deutschen Volkskörper“ sprach.
Für Fraktionschef Schneidermann steht fest: „Ich bereite ein Parteiausschlussverfahren gegen Eichwald vor.“ Begründung: „Dieser Auftritt war aktive Parteischädigung!“