Футбол: Как два саксона выводят «Глазго Рейнджерс» на правильный путь | спорт

Von Dresden in die weite Fußball-Welt: Ex-Dynamo-Profi Sascha Lense (50) lebt diesen Traum schon seit einigen Jahren. Mit Schottlands Traditionsklub Glasgow Rangers kommt gerade ein neues, spektakuläres Kapitel dazu.

RB Leipzig, Dynamo, Schalke, Manchester United, Sheffield Wednesday – die Liste der bisherigen Arbeitgeber des Sportpsychologen ist eindrucksvoll, Glasgow reiht sich da würdig ein.

Seit Mitte Oktober ist Lense bei den Schotten gelandet, offiziell als Performance Manager von Cheftrainer Danny Röhl (36). „Wir haben beide bei RB Leipzig gearbeitet. Er als Videoanalyst und Co-Trainer, ich als Sportpsychologe. So sind wir zusammengekommen.“

Kurios: Röhl kennt Lense schon viel länger als umgekehrt. „Er stammt aus Zwickau. Als ich dort beim FSV in der 2. Liga gespielt habe, war er Balljunge und ich sein großes Vorbild“, erzählt Lense schmunzelnd. „Mein FSV-Trikot von damals hat er immer noch zuhause.“

Jahre später ist der Balljunge Cheftrainer und sein früheres Idol jetzt sein engster Vertrauter. Lense: „Eine völlig verrückte Geschichte, das hätte von uns keiner gedacht.“ Und dann auch noch in einer der fußballverrücktesten Städte auf diesem Planeten.

Die Rangers und der große Lokalrivale Celtic sind nicht einfach zwei Fußballvereine – da prallen verschiedene Religionen und Weltanschauungen aufeinander. Protestanten gegen Katholiken, Anhänger des Vereinigten Königreichs gegen irisch geprägte Nationalisten.

In fünf Liga-Spielen holte das Duo Röhl/Lense (vorn) vier Siege und ein Remis

Foto: SNS Group/Getty Images

Das Stadt-Duell – das sogenannte „Old Firm“ – ist das am häufigsten ausgetragene Derby Europas und eines der ältesten weltweit. Eins durften Lense und Röhl schon kurz nach ihrem Dienstantritt miterleben.

„Ich würde mich ja als Derby-erfahren bezeichnen, saß bei Dortmund gegen Schalke, ManU gegen Liverpool und dem Steel-Derby in Sheffield zwischen United und Wednesday auf der Bank“, sagt Lense. „Aber am Old Firm führt einfach kein Weg vorbei, das ist kaum zu toppen.“

Lenses Auto hatte „verbotene“ Farbe

Das bekam der frühere Mittelfeldmann (neben Dresden und Zwickau kickte er u.a. in Darmstadt, Frankfurt, Laubegast und Görlitz) auch schon am eigenen Leib zu spüren. „Ich hatte mir einen Leasingwagen bestellt, einen Mini Cooper in Grün, so wie er angeboten wurde.“ Ausgerechnet grün, die Farbe des großen Stadtrivalen!

Es kam, was kommen musste: „Sofort hieß es, damit kannst du nicht fahren, hier fährt niemand in grün. Ich musste ihn wirklich wieder umtauschen, jetzt habe ich einen schwarzen.“

Abgesehen vom Farb-Fehlgriff schwärmt Lense regelrecht von seinem neuen Job: „Die Bedingungen im Trainingszentrum sind überragend, das Ibrox-Stadion phantastisch. Ein toller Mix aus Tradition und Moderne. Innen alles mit Holz gearbeitet, die Pokale gewienert, das Parkett glänzt.“

In der Saison 1999/2000 spielte Lense für Dynamo Dresden in der Regionalliga Nordost

In der Saison 1999/2000 spielte Lense für Dynamo Dresden in der Regionalliga Nordost

Foto: picture-alliance

Nur sportlich glänzen die Rangers in dieser Saison noch nicht ganz so wie gewünscht, weshalb es ja auch zum Trainerwechsel kam – die Chance für das Sachsen-Duo, das bis jetzt auf die starke Bilanz von vier Siegen und einem Remis in fünf Liga-Spielen verweisen kann. Aktuell liegt das Team sieben Punkte hinter Celtic, ganz vorn stehen überraschend die Hearts aus Edinburgh. Lense: „Jetzt schauen wir mal, dass es uns gelingt, am Stadtrivalen vorbeizuziehen.“

Apropos vorbeiziehen: Verfolgt er das Geschehen seines Ex-Vereins Dynamo Dresden immer noch? „Klar. Dresden ist schließlich meine Heimat, da wohnt meine Familie“, stellt Lense klar. „Auch wenn ich am allerliebsten in Oberbärenburg bei Altenberg bin. Sobald es geht, will ich dahin. Denn das ist der schönste Ort der Welt.“ Dort besitzt er nämlich noch eine Art Ferienhaus.

Gute Chancen für Dynamo-Spiel gegen Rangers

Zurück zu Dynamo. Traut er dem Team, das sich nach Katastrophen-Start zuletzt mit zwei Siegen stabilisierte, den Klassenerhalt zu? „Ich sag mal so: Als wir vorletztes Jahr Sheffield übernommen haben, hatten sie neun Punkte Rückstand – und wir haben es noch geschafft“, erzählt Lense. „Das gab’s noch nie in der zweiten englischen Liga.“ Was er damit sagen will: Im Vergleich dazu ist Dresdens Ausgangslage geradezu luxuriös.

Ein willkommener Motivationsschub von der Insel. Den gibt’s auch beim Thema Jubiläumsspiel gegen die Rangers, das per Mitgliederbeschluss 2026 stattfinden soll. Lense: „Ich glaube, dass die Sterne diesbezüglich gerade günstiger stehen. Wenn da ein Kontakt hergestellt werden soll, kann sich Dynamo gerne bei mir melden.“ Klingt doch gut!



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