Berlin – [–>Oh, du Teure …
Eigentlich funkeln die Städte in Deutschland endlich wieder weihnachtlich. ABER: Erste Städte ziehen den Stecker – für das festliche Funkeln fehlt das Geld!
„Angesichts klammer Kassen der Städte und Kommunen ist das innerstädtische Funkeln in Gefahr. Mancherorts ist die Weihnachtsbeleuchtung schon heute nicht mehr bezahlbar“, warnt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland. Zwar würde der Handel versuchen, „viel aufzufangen“, so Genth. „Aber die aktuelle Geschäftslage lässt das häufig nicht mehr zu.“
Wer die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung übernimmt, ist regional unterschiedlich. Neben den Städten und Kommunen stemmen auch die ansässigen Händler und Anwohner die Kosten für die saisonale Deko – teilweise sogar ganz alleine!
In vielen Städten funkelt es diesen Winter weniger
Eine BILD-Nachfrage zeigt: In ersten Städten wurde die Weihnachtsbeleuchtung schon reduziert, stellenweise sogar komplett eingestampft!
▶︎ In Dresden fällt die Weihnachtsbeleuchtung der noblen Königsstraße im Barockviertel komplett aus. Normalerweise werden die 80 Lindenbäume in der Adventszeit mit Lichterketten dekoriert. Aber die Stadt hatte diesen Herbst kein Geld für den Baumverschnitt. Folge: Die Lindenkronen wucherten so wild, dass die Lichterketten nicht mehr in die ausladenden Baumkronen passten. Verrückt: Die Händlergemeinschaft wollte die Beleuchtung retten, bot an, den Baumverschnitt selbst zu übernehmen. Doch das wurde von der Stadt abgelehnt.
▶︎ In Stuttgart wurden einige leuchtende Skulpturen nicht aufgestellt – zu teuer!
▶︎ Um zu sparen, knipst Heidelberg die Weihnachtslichter in diesem Jahr später am Tag an: Statt mittags werden sie erst um 15 Uhr angeschaltet und maximal eine Stunde nach Schließen des Weihnachtsmarkts ist Schluss.
▶︎ In Hannover ist die Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone zwar angeknipst. Unklar ist aber, ob sie auch bis Weihnachten brennen kann – oder vorher das Geld ausgeht. Denn von den jährlich 135.000 Euro, fehlten zuletzt noch 30.000 Euro.
▶︎ Andere Städte, z. B. Luckenwalde (Brandenburg) oder Hildesheim (Niedersachsen), sammeln Spenden für die Weihnachtsbeleuchtung.
▶︎ Magdeburg hatte sogar 400.000 Euro im Haushalt für neue Deko-Elemente zurückgelegt. Aber: Das Geld wurde an anderer Stelle gebraucht, u. a. für marode Brücken – und musste zurück in den allgemeinen Haushalt wandern.
▶︎ Auf der berühmten Düsseldorfer „Kö“ funkelt es zwar ohne Einschränkungen, die Händler kommen hier komplett für die Kosten auf. Eigentlich geplante Neuerungen wurden aber gestrichen – kein Geld. Verrückt: Die Händler kämpfen auch noch mit Verwaltungskosten, z. B. müssen sie Gebühren für Straßenschilder bezahlen, wenn sie die Deko anbringen.
▶︎ Besonders bitter: In Schwelm (NRW) wird es in dieser Weihnachtszeit weitgehend dunkel bleiben. Unbekannte hatten die Weihnachtsbeleuchtung der knapp 28.000-Einwohner-Stadt geklaut, kurz nachdem sie aufgehängt worden war. Ersatz würde 30.000 Euro kosten – Geld, das die klamme Stadt nicht hat. Jetzt hofft man auf private Spender und setzt auf „einige Lampions“, die noch im Sommer eigentlich als Zusatzbeleuchtung gekauft worden waren.
Handelsverband-Chef Genth fordert Entlastungen von der Politik, die auch bei den Händlern ankommen. Zum Beispiel, bessere Abschreibungsmöglichkeiten für private Investitionen in die Stadtzentren und geringere Energiepreise.
Genth mahnt: „Bleibt eine spürbare Entlastung des Handels aus, hat das dramatische Folgen für unsere Innenstädte, nicht nur in der funkelnden Weihnachtszeit.“