New York – [–>Mit gefesselten Händen und einem seltsamen Lächeln im Gesicht betrat Luigi Mangione (27) den Gerichtssaal in New York. Der Mann, der als „Grinse-Killer“ Schlagzeilen macht, soll einen Konzernchef kaltblütig auf offener Straße erschossen haben – und will jetzt verhindern, dass die wichtigsten Beweise gegen ihn vor Gericht zugelassen werden.
Für Mangione steht alles auf dem Spiel: Bei einer Verurteilung im Bundesverfahren droht ihm die Todesstrafe. US-Justizministerin Pamela Bondi hatte sie ausdrücklich gefordert. Am Montag (Ortszeit) begann die heikle Vorverhandlung im Mordfall Brian Thompson (†50).
Ein Gerichtszeichner hielt die Szene im Saal fest: Nahezu regungslos schaute der Tatverdächtige das Video der Ermordung an
Streit um Pistole und Hass-Manifest
Im Mittelpunkt: das Anwaltsteam von Mangione, dem Spross einer mächtigen, steinreichen Familie. Die Verteidiger kämpfen mit allen Mitteln dafür, dass weder die mutmaßliche Tatwaffe noch ein sogenanntes Hass-Manifest als Beweise zugelassen werden.
Beide Gegenstände wurden bei Mangiones Festnahme gefunden. Doch seine Anwälte sagen: illegal! Die Polizei habe keinen Durchsuchungsbeschluss gehabt.
Mit diesem Foto wurde nach dem Grinse-Killer gefahndet
Erstmals wurden im Gericht Videoaufnahmen von seiner Festnahme gezeigt. Darauf ist zu sehen, wie zwei Polizisten auf Mangione zugehen – er sitzt in einer McDonald’s-Filiale, rund 370 Kilometer vom Tatort entfernt, und frühstückt.
Auf der Bodycam ist zu hören, wie eine Polizistin beim Öffnen seines Rucksacks sagt, sie wolle prüfen, ob darin „eine Bombe“ sei. Laut Verteidigung nur ein Vorwand, um eine Durchsuchung ohne Richter-Beschluss zu tarnen. Das gefundene Notizbuch und die 9-mm-Pistole seien damit nicht zulässig.
Als das Mordvideo lief, verzog er keine Miene
Als das Mordvideo abgespielt wurde, blieb Mangione eiskalt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Mit dem Finger an den Lippen und dem Daumen am Kinn hielt er einen Stift, ballte zwischendurch die Faust. Kein Wort. Keine erkennbare Reaktion.
Brian Thompson, CEO der Krankenversicherung UnitedHealth, wurde am 4. Dezember morgens in New York erschossen. Direkt vor dem Hilton-Hotel, als er zu einer Konferenz wollte. Fünf Tage später klickten die Handschellen. Seitdem sitzt Luigi Mangione in U-Haft – und wartet auf seinen Prozess. Mangione bestreitet die Tat. Er plädiert auf nicht schuldig – in allen Anklagepunkten.
Top-Manager Brian Thompson († 50) wurde am vergangenen Mittwoch vor dem Hilton-Hotel in Manhattan erschossen